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Es weihnachtet

Und da saß ich nun in meinem Bett, schaute auf das bereits gewöhnlich gewordene Chaos, ein paar Kleidungsstücke dort, Zeitungen dort, und mittendrin irgendwo ein sehr überschaubarer Stapel an Geschenken. Es hatte etwas interessantes, am Tag nach dem Heiligen Abend aufzuwachen. Nach ereignisreichen Tagen wurde es für mich zu einem Ritual, stundenlang liegen zu bleiben um geschehenes Revue pausieren zu lassen.
Ob ich zufrieden war? Ich hatte, so muss ich zugeben, etwas erwartet – etwas ganz bestimmtes, was für mich zu Weihnachten nicht in Erfüllung ging. Im Grunde genommen bleiben wir doch ewig Kinder – unsere Wünsche ändern sich, aber noch immer haben wir einen Berg voller Erwartungen – diesmal ist es nicht mehr die große Lego-Burg, sondern eine Reaktion von einer bestimmten Person, ein Brief oder doch nur eine Geste. Ich dachte noch an die Worte, diesen eine Wunsch, den ich am Vortag bekam – ich sollte mich über die vielen kleinen Dinge erfreuen können.
Und die gab es – und trotzdem war ich sehr gut darin, mich auf diese eine Enttäuschung zu konzentrieren.

Dabei hatte ich vermutlich den geringsten Grund, Trübsal zu blasen. Ich verbrachte geniale Zeit und schaffte es, einem sehr ausgewählten Kreis an Personen den Tag zu erheitern. Ich hatte schon lange nicht mehr so viele Freude daran, Weihnachten mehr als ‘Schenken’ den ‘Beschenkt-zu-werden’ anzusehen. Ich hörte einmal, dass das Schenken die zehnfache Ladung an Glücksgefühlen frei setzt als das Beschenkt-werden selbst. Obwohl ich dieser These sehr skeptisch entgegensehe, glaube ich sehr wohl, dass die Aussage einen wahren Kern hat.

Und so saß ich noch immer in meinem Bett, dachte an ein bestimmtes Geschenk, welches gerade durch meine Lautsprecher dröhnte. Ein Freund schenkte mir ein Album, welches ich mir wohl nie im Leben gekauft hätte – aber ich fand es genial. Andere schenkten mir eine nette Summe an Geld, doch diese Scheine machten mich nie so glücklich wie die wirren Worte, die gerade aus meinem Soundsystem klangen:

Selbstmitleid selbst ohne Leid – es steigt unaufhörlich
auch in Maßen ist mit dir nicht zu spaßen und das stört mich

Veröffentlicht am 25. Dezember 2011.

Kommentare:

  1. Floppi am 25. Dezember 2011

    Ich kann dich nicht mehr leiden, und ich kann dich nicht mehr sehen!
    Ich kann dich nicht mehr leiden sehen.

    <3

    Schön, dass du so eine Freude hast :)

  2. brony am 25. Dezember 2011

    Ich hatte schon lange nicht mehr so viele Freude an Weihnachten wie dieses Jahr genauso wie du…
    mein Grund war aber ein etwas anderer. Nämlich das tolle Geschenk von Steffi. Seit ich diese Serie kenne bin ich in meinem Leben viel glücklicher und habe etwas mehr den inneren Frieden gefunden.

    (Also falls noch jmd. mehr Liebe in seinem Leben haben will: werbung: http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=UE7I_IDX98g)

  3. ohngec07 am 25. Dezember 2011

    Zum Schenken:
    Wenn man ein tolles individuelles Geschenk für jemanden hat, finde ich Schenken großartig.
    Aber wenn man weiß das man jemandem etwas schenken muss, aber nicht weiß was, hasse ich es abgrundtief.

    Übrigens, mein bestes Weihnachtsgeschenk, war – trotz recht monetär wertvoller anderer Geschenke – eine Geste ;)