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Der moderne Dienst für unser Vaterland

Es ist doch so, dass Kinder die Welt in ähnlichen Augen wie ihre Eltern sehen, davon bin ich wirklich nicht ausgeschlossen. Deutlich wird das vor allem bei politischen Präferenzen, wenn Kinder den gleichen Blödsinn der Eltern weiterführen und das Übel wird dann noch schlimmer, wenn diese auch noch mehrere Kinder in die Welt setzen. Aber ich gleite ab.

Ich bin durchaus interessiert an die österreichische Innenpolitik, auch wenn reiche Judenvergleiche (oder so) und Korruptionsfälle durchaus an meiner Akzeptanz kratzen. Mit dieser Einstellung bin ich aber, statistisch gesehen, sehr, sehr einsam. Das allgemeine Desinteresse und die Ignoranz gegenüber Politikern ist schon jetzt extrem hoch und wird noch steigen – einfach nach dem Motto ‘Wie du mir, so ich dir’.
Dabei, und das ist die Tragödie, sehe ich keine Möglichkeit diese Situation zu verbessern.

Im Frühling 2011 habe ich in Istanbul mit Jugendlichen aus ganz Europa über dieses Thema diskutiert, und glaubte Gründe, warum diese politische Gleichgültigkeit in unserer Gesellschaft existiert, zu finden. Wir einigten uns auf Maßnahmen wie mehr politische Bildung, mehr Offenheit und strengere Richtlinien gegen Korruption und schlussendlich Kampagnen für die Wertschätzung von Demokratie. Alles Dinge, die schon teilweise umgesetzt wurden und sie veränderten wenig – so wenig, dass sie von deren eigentlichen Zielgruppe gar nicht wahrgenommen wurden.

Und so länger ich darüber nachdenke, glaube ich, dass man dieses Problem nicht von außen bekämpfen kann. Poltisches Desinteresse sei modern und tragbar, dieser gesellschaftliche Gedanke muss sich verändern. So ist Wählen doch der neue, moderne Dienst für das Vaterland. Und gegen jede Unfähigkeit der Politiker hat jeder einzelne Wähler eine sehr effektive Waffe: Seine Stimme.

Veröffentlicht am 20. September 2011.

Kommentare:

  1. Stefan am 20. September 2011

    Auch ich hab mir die Frage schon öfters gestellt, warum eigentlich will sich keiner mit Politik auseinandersetzen. Auch ich hab so wie du versucht den Grund des Problems zu finden.
    Das gravierendste Problem ist, das der Wähler keine aktive Waffe(wie du sie erwähnst), gegen den einzelnen Politiker in der Hand hat, sondern bei den Wahlen, welche aktiv die österreichische Politik beeinflussen, nur mehr entscheiden muss, welche Farbe, Abkürzung oder Werbeslogan ihm am besten gefällt. Welches Unheil da oft mitgewählt wird, ist oftmals nicht mal allen bewusst.
    Aber zu deinem Artikel sehr interessant. Auch stimmt das leider oft, das Kinder nur nach dem Geschmack der Eltern wählen. Aber Gott sei dank gibt es doch einige Ausnahmen.

  2. Florian am 20. September 2011

    Politische Bildung. Gutes Stichwort: Soweit ich informiert bin, wird in unserer Schule “Politische Bildung” unterrichtet. In der 3ten Klasse. Fakt: Da sind (fast) alle schon über 16 Jahre und somit auch wahlberechtigt. Das heißt im schlechtesten Fall findet dann eine Wahl statt, wenn der Schüler in der 2ten Klasse ist. Sollte dieser Schüler kein eigenständiges Interesse an Politik mitbringen oder von seinen Eltern informiert werden, so wählt er irgendeine Partei.
    Das ist also politische Bildung. Toll <3

  3. Niklas Hösl am 20. September 2011

    Wählen gut und schön, aber wenn soll man den bitte wählen? Im Prinzip sind bei jeder Partei ein oder mehrere oder sogar sehr viele schwarze Schafe dabei…

  4. Sebastian am 22. September 2011

    Danke für eure Kommentare. Ich hab mir ein paar Gedanken darüber gemacht.